Neu installierte Luft-Wasser-Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus in der Uckermark, die eine alte Gasheizung ersetzt

Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe: Kosten, Förderung und Ablauf 2025

August 31, 2026
Neu installierte Luft-Wasser-Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus in der Uckermark, die eine alte Gasheizung ersetzt
Heizungsumstieg

Gasheizung umrüsten auf Wärmepumpe: Kosten, Förderung und Ablauf 2025

SANWE-WEIHERIn Templin ersetzt diese Wärmepumpe eine 26 Jahre alte Gasheizung. Eigenanteil nach Förderung: 12.555 Euro.
Bild mit KI erzeugt
Die Umrüstung einer Gasheizung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau meist 25.000 bis 35.000 Euro, für Erdwärme mit Bohrung 32.000 bis 45.000 Euro. Über die Förderung fließen bis zu 70 Prozent zurück, sodass Eigentümer häufig mit 10.000 bis 16.000 Euro Eigenanteil rechnen können.

01Was der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe insgesamt kostet

27.900 Euro standen auf dem Angebot, das eine Familie aus Templin im Frühjahr 2025 unterschrieben hat: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Montage, neuer Zählerschrank und der Rückbau der 26 Jahre alten Gasheizung. Nach Abzug des Förderzuschusses blieben 12.555 Euro. In dieser Größenordnung bewegt sich der Umstieg für die meisten Einfamilienhäuser in unserer Region, wobei Anlagentyp und Zustand des Gebäudes den Preis deutlich verschieben.

Für ein Haus mit rund 130 Quadratmetern Wohnfläche liegen die Gesamtkosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau aktuell zwischen 25.000 und 35.000 Euro. Erdwärme über Sonden kostet 32.000 bis 45.000 Euro, weil die Bohrung ins Budget schlägt. Grundwasseranlagen liegen mit 35.000 bis 50.000 Euro noch darüber, brauchen aber am wenigsten Strom im Betrieb.

Der entscheidende Hebel ist die Heizlast. Ein unsaniertes Haus aus den 1970er Jahren braucht bei minus 12 Grad Außentemperatur oft 10 bis 12 Kilowatt, ein nachträglich gedämmtes nur 6 bis 8. Jedes Kilowatt weniger Heizlast macht die Wärmepumpe kleiner und das Gerät um mehrere tausend Euro günstiger, weshalb wir vor jedem Angebot rechnen statt schätzen.

Ein seriöses Komplettangebot enthält mehr als das Gerät. Darin stecken die Montage mit Fundament, die Anbindung an Heizung und Warmwasser, der hydraulische Abgleich und die Entsorgung der Gasheizung. Rund ein Drittel der Gesamtsumme ist Arbeitsleistung. Wer nur den Gerätepreis aus einem Onlineshop vergleicht, vergleicht Äpfel mit Baustellen.

Die Größenordnungen decken sich mit den Kostendaten von co2online, die aus bundesweiten Beratungsfällen erhoben werden. Die Tabelle darunter zeigt die üblichen Rahmen je Anlagentyp und was nach dem derzeit maximalen Zuschuss von 55 Prozent übrig bleibt.

Wärmepumpen-TypGesamtkosten inkl. Einbaudavon Gerät und ZubehörEigenanteil nach 55 % Förderung
Luft-Wasser-Wärmepumpe25.000 bis 35.000 €12.000 bis 18.000 €11.250 bis 15.750 €
Sole-Wasser (Erdsonden)32.000 bis 45.000 €14.000 bis 20.000 €14.400 bis 20.250 €
Wasser-Wasser (Grundwasser)35.000 bis 50.000 €15.000 bis 22.000 €15.750 bis 22.500 €

Richtwerte für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche, Stand 2025. Quellen: eigene Angebote, co2online.

02Einzelkosten im Detail: wofür das Geld tatsächlich draufgeht

Die größte Position im Angebot ist die Wärmepumpe selbst. Ein Luft-Wasser-Gerät mit 6 bis 10 Kilowatt, passend für ein teilgedämmtes Einfamilienhaus, kostet mit Inneneinheit, Warmwasserspeicher und Zubehör zwischen 12.000 und 18.000 Euro. Alles andere hängt davon ab, was in Ihrem Keller und an Ihrer Wand schon vorhanden ist.

So setzen sich die Positionen bei einem typischen Umrüstprojekt zusammen:

  • Wärmepumpe mit Speicher und Zubehör: 12.000 bis 18.000 Euro
  • Montage, Fundament und Kleinmaterial: 4.000 bis 7.000 Euro
  • Hydraulik und hydraulischer Abgleich: 1.500 bis 3.000 Euro
  • Elektrik inklusive Zählerschrank: 2.000 bis 4.500 Euro
  • Rückbau und Entsorgung der Gasheizung: 400 bis 900 Euro
  • Heizkörpertausch bei Bedarf: 350 bis 700 Euro pro Heizkörper

Der Warmwasserspeicher ist ein eigener Posten, den viele Vergleiche vergessen. Ein 200-Liter-Speicher mit großer Wärmeübertragerwendel für die Wärmepumpe kostet 1.200 bis 2.000 Euro, ein optionaler Pufferspeicher für die Heizungsseite noch einmal 800 bis 1.500 Euro. Ob der Puffer nötig ist, entscheidet die Hydraulik. Bei vielen Einfamilienhäusern mit durchgehend offenen Heizkreisen kommt man ohne ihn aus und spart Geld und Stellfläche.

Zwei Dinge treiben Angebote nach oben, die in keinem Prospekt stehen. Lange Leitungswege zwischen Außeneinheit und Heizraum erhöhen den Materialaufwand, und eine marode Elektrik aus den 1970er Jahren erzwingt einen neuen Zählerschrank. Beides kennen wir aus Bestandshäusern in Prenzlau und Schwedt zur Genüge. In der Uckermark liegt der Stundensatz für Heizungs- und Elektroarbeiten bei 65 bis 80 Euro, ein Komplettprojekt bindet die Monteure vier bis fünf Tage.

Sparen können Sie bei der Vorarbeit. Wenn Heizraum und Aufstellort schon frei geräumt sind, verkürzt sich die Montagezeit spürbar. Der Gerätepreis selbst ist dagegen kaum verhandelbar, weil Hersteller und Großhandel die Konditionen vorgeben.

Was kostet der Umstieg bei Ihnen?

Jedes Haus rechnet anders. In einer kostenlosen Beratung prüfen wir Heizlast, Heizkörper und Stromanschluss und nennen Ihnen einen belastbaren Preis für Ihr Gebäude.

Kostenlos beraten lassen

03Förderung 2025: bis zu 70 Prozent Zuschuss sind drin

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude macht den Umstieg erst richtig rechnbar. Jeder Antragsteller erhält eine Grundförderung von 30 Prozent auf die förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Wer seine funktionierende Gasheizung vorzeitig ersetzt und das Haus selbst bewohnt, bekommt zusätzlich den Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent, noch bis Ende 2028 in voller Höhe, danach sinkt er alle zwei Jahre um drei Punkte.

Weitere 30 Prozent Einkommensbonus gibt es für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro im Jahr. Setzt die Wärmepumpe ein natürliches Kältemittel wie Propan ein, kommen 5 Prozent Effizienzbonus obendrauf. Alle Boni zusammen sind auf 70 Prozent der förderfähigen Kosten begrenzt, was beim Deckel von 30.000 Euro einen maximalen Zuschuss von 21.000 Euro bedeutet. Die Details regelt das BAFA im Programm BEG Einzelmaßnahmen, beantragt wird der Zuschuss über das KfW-Portal.

Für vermietete Objekte bleibt es bei Grundförderung und eventuellem Effizienzbonus, also maximal 35 Prozent, weil die beiden großen Boni an die Selbstnutzung gebunden sind. Kombinieren lässt sich der Zuschuss dagegen mit dem KfW-Ergänzungskredit, falls der Eigenanteil finanziert werden soll. Was nicht geht, ist die doppelte Förderung derselben Maßnahme aus zwei Töpfen.

Entscheidend ist hier die Reihenfolge der Antragstellung. Der Antrag muss vor der verbindlichen Auftragsvergabe stehen, weshalb Angebote eine aufschiebende Bedingung enthalten. Wir legen den Antrag für Kunden gemeinsam mit dem Angebot an, damit kein Formfehler die Bewilligung kostet. Die Beispielrechnung darunter zeigt, was bei einem realen Projekt aus Templin herauskam.

Förderrechnung für ein Haus in Templin
Angebot Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Einbau27.900 €
Grundförderung 30 %- 8.370 €
Klimageschwindigkeitsbonus 20 %- 5.580 €
Effizienzbonus (Propan-Kältemittel) 5 %- 1.395 €
Zuschuss gesamt (55 %)- 15.345 €
Eigenanteil nach Förderung12.555 €

Annahmen: selbstgenutztes Einfamilienhaus, funktionierende Gasheizung, förderfähige Kosten unter 30.000 €, Antrag über das KfW-Portal, Stand 2025.

04Warum die Elektrik der am meisten unterschätzte Posten ist

Viele Gasheizungen hängen an einem normalen Schukostecker. Eine Wärmepumpe braucht dagegen einen eigenen Stromkreis mit Absicherung und einen festen Platz im Zählerschrank. In Häusern aus den 1960er bis 1980er Jahren ist der alte Schrank dafür weder groß genug noch auf dem aktuellen Stand der Technik. Der Tausch kostet 1.800 bis 3.500 Euro, je nachdem wie viele Stromkreise neu gelegt werden müssen.

Seit dem 1. Januar 2024 müssen neue Wärmepumpen dem Netzbetreiber als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes gemeldet werden. Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe in Engpasslagen kurz drosseln, im Gegenzug sinkt das Netzentgelt. Bei der pauschalen Variante liegt die Erstattung je nach Netzgebiet bei rund 110 bis 190 Euro im Jahr. Wer einen getrennten Zählpunkt wählt, zahlt für den Wärmepumpenstrom nur etwa 60 Prozent des normalen Netzentgelts.

Genau daraus entsteht der Wärmepumpentarif. Er liegt bei 22 bis 26 Cent pro Kilowattstunde statt rund 35 Cent im Haushaltstarif. Auf eine Jahresrechnung mit 4.000 Kilowattstunden für die Wärmepumpe macht das 400 bis 500 Euro Unterschied. Der Zählerwechsel selbst wird vom Messstellenbetreiber durchgeführt und ist in vielen Netzgebieten im Entgelt schon enthalten.

Wer später eine Photovoltaikanlage oder ein E-Auto plant, sollte den Zählerschrank direkt dafür dimensionieren lassen. Die Mehrkosten beim Umbau liegen bei wenigen hundert Euro, ein zweites Aufreißen des Schranks zwei Jahre später kostet dagegen schnell vierstellig.

Die Anmeldepflicht beim Netzbetreiber übernehmen wir für Kunden komplett mit.

05Müssen die Heizkörper raus?

Meistens nicht alle. Ob die vorhandenen Heizkörper mit einer Wärmepumpe zusammenarbeiten, hängt an einer einzigen Zahl, der benötigten Vorlauftemperatur. Wird Ihr Haus an kalten Tagen mit 50 bis 55 Grad warm, läuft die Wärmepumpe wirtschaftlich. Brauchen die alten Rippenheizkörper dagegen 70 Grad, steigen Stromverbrauch und Verschleiß spürbar.

Der härteste Test ist simpel. Begrenzen Sie die Vorlauftemperatur an der Gasheizung auf 50 Grad und beobachten Sie einen Winter lang, ob alle Räume warm werden. Bleiben einzelne Zimmer kühl, tauscht man gezielt dort, typischerweise sind es zwei bis vier Heizkörper im ganzen Haus. Ein Niedertemperatur-Heizkörper oder ein vergrößerter Typ-33 kostet inklusive Montage 350 bis 700 Euro, Modelle mit Lüfterunterstützung liegen bei 800 bis 1.200 Euro.

Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur spart nach einer Faustregel des Bundesverbands Wärmepumpe rund 2,5 Prozent Strom. Zwischen 55 und 40 Grad Vorlauf liegt deshalb ein Viertel der Stromrechnung. Genau darum lohnt der gezielte Tausch einzelner Heizkörper fast immer, ein Kompletttausch aller Räume dagegen nur selten.

Dazu gehört der hydraulische Abgleich, der bei geförderten Projekten ohnehin Pflicht ist. Er kostet je nach Anlagengröße 500 bis 1.200 Euro und sorgt dafür, dass jeder Raum genau den Volumenstrom bekommt, den die Heizlast verlangt. Ohne diesen Abgleich liefert selbst eine perfekt dimensionierte Wärmepumpe ihre Wärme ungleichmäßig ab, und die ersten Beschwerden über kalte Schlafzimmer folgen im ersten Winter.

Praxis-Tipp

Stellen Sie Ihre Gasheizung für einen Winter probehalber auf 50 Grad Vorlauf. Bleibt das Haus auch an kalten Tagen warm, arbeitet die Wärmepumpe später effizient, und der Heizkörpertausch entfällt in der Regel komplett.

06Gasanschluss stilllegen: Kosten, Fristen und eine beliebte Falle

Der Rückbau der Gasheizung selbst ist mit 400 bis 900 Euro die kleinste Position im Projekt und bei uns im Angebot enthalten. Teurer ist die Stilllegung des Hausanschlusses durch den Netzbetreiber, die je nach Aufwand 600 bis 1.500 Euro kostet. Solange der Anschluss offiziell besteht, zahlen Sie den Grundpreis weiter, in der Region sind das 120 bis 250 Euro im Jahr für einen Anschluss, an dem nichts mehr hängt.

Eine Frist zur Stilllegung gibt es nicht. Es gibt aber eine Austauschpflicht in die andere Richtung. Ist Ihr Heizkessel älter als 30 Jahre, also Baujahr vor 1995, verlangt Paragraf 72 des Gebäudeenergiegesetzes grundsätzlich den Ersatz, Ausnahmen gelten nur für Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Wer ohnehin tauschen muss, fährt mit der Förderkulisse von 2025 deutlich besser als mit einer neuen Gasheizung ohne Zuschuss.

Ehrlicherweise gehört auch die Gegenrechnung dazu. Eine zwölf Jahre alte Brennwerttherme funktioniert in aller Regel noch ein Jahrzehnt, und wer sie jetzt ersetzt, verschenkt Restlebensdauer. Der Klimageschwindigkeitsbonus fängt genau das ab. Trotzdem sollten Sie in dem Fall sauber nachrechnen lassen, ob sich der vorzeitige Umstieg in Ihrem Verbrauchsprofil trägt.

07Umrüstung in Brandenburg: regionale Preise und ein Praxisfall

Der Stundensatz für Heizungsmonteure liegt in der Uckermark und im Oderbruch bei 65 bis 80 Euro, in Berlin und dem Speckgürtel werden 90 bis 110 Euro aufgerufen. Bei einem Projekt mit 40 bis 50 Arbeitsstunden macht allein das 1.500 bis 2.000 Euro Unterschied. Auch Erdsondenbohrungen sind hier günstiger, weil regionale Bohrfirmen kürzere Anfahrten haben und der Untergrund in weiten Teilen Brandenburgs ohne Fels auskommt.

Das Templiner Projekt vom Anfang sieht in der Aufstellung so aus. Einfamilienhaus Baujahr 1978 mit 140 Quadratmetern, 16 Heizkörper, davon vier gegen Niedertemperatur-Modelle getauscht, dazu ein neuer Zählerschrank für 2.400 Euro. Angebotssumme 27.900 Euro, Zuschuss 15.345 Euro, Eigenanteil 12.555 Euro. Die Montage lief über vier Tage, und die Familie saß keinen Tag im Kalten.

Bei der Förderberatung gibt es regionale Unterschiede, die kaum jemand kennt. Manche Kommunen und Stadtwerke in Brandenburg legen kleine Zusatzprogramme auf, etwa Beratungszuschüsse zwischen 200 und 500 Euro. Diese Programme erscheinen und verschwinden mit den Haushaltsjahren, deshalb prüfen wir bei jedem Projekt, was im jeweiligen Landkreis gerade offen ist.

Ob ein Angebot regional passt, erkennen Sie an klaren Signalen. Anfahrt und Aufmaß sind kostenlos, der Stundensatz steht offen im Angebot, und der Fachbetrieb kennt den zuständigen Netzbetreiber. Wir von SANWE-Weiher arbeiten zwischen Prenzlau, Schwedt und Eberswalde mit festen Elektro- und Bohrpartnern, weshalb bei uns keine überraschenden Fremdfirmen-Rechnungen auftauchen.

08Rechnet sich die Wärmepumpe gegenüber Gas?

Für die Amortisation zählen die laufenden Kosten über 15 Jahre mehr als jeder Rabatt beim Angebotspreis. Ein Referenzhaus mit 130 Quadratmetern und einem Wärmebedarf von 15.000 Kilowattstunden im Jahr verfeuert mit Gas bei rund 10 Cent pro Kilowattstunde etwa 1.500 Euro, dazu kommen 150 Euro Grundpreis und 150 Euro Wartung. Die Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,6 braucht für dieselbe Wärme nur rund 4.200 Kilowattstunden Strom und kostet im Wärmepumpentarif um 23 Cent etwa 970 Euro plus 150 Euro Wartung.

Die Ersparnis liegt damit bei etwa 700 Euro im Jahr und wächst weiter, weil der CO2-Preis Gas verteuert. 2025 kostet die Tonne 55 Euro, ab 2026 wird sie in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro versteigert, was den Gaspreis um schätzungsweise 0,5 bis 1 Cent pro Kilowattstunde anhebt. Die aktuellen Preisdaten für Haushalte dokumentiert das Statistische Bundesamt in seiner Energiepreisübersicht.

Zur Amortisationsrechnung gehört die Gegenüberstellung, die viele Vergleiche weglassen. Auch eine neue Gasheizung kostet 10.000 bis 12.000 Euro, bekommt aber keinen Zuschuss. Der wahre Mehrpreis der Wärmepumpe gegenüber diesem Szenario liegt im Templiner Beispiel bei gut 1.000 bis 3.000 Euro, und der ist über die jährliche Ersparnis in drei bis fünf Jahren wieder drin. Danach heizt das Haus dauerhaft günstiger.

Auf 15 Jahre gerechnet steht das Referenzhaus mit Gas bei gut 30.000 Euro Betriebskosten inklusive einer neuen Therme auf der halben Strecke, die Wärmepumpe bei rund 18.000 bis 20.000 Euro plus dem Eigenanteil vom Anfang. Die Lebensdauer moderner Wärmepumpen liegt bei 15 bis 20 Jahren, Wartungsverträge kosten 150 bis 300 Euro jährlich und sind damit ähnlich teuer wie Schornsteinfeger und Thermenservice bei Gas.

Eine Grenze gibt es trotzdem. In einem ungedämmten Altbau mit 70-Grad-Heizkörpern fällt die Jahresarbeitszahl unter 3, dann schmilzt der Verbrauchsvorteil auf wenige hundert Euro im Jahr. Dort kommt zuerst die Dämmung oder zumindest der Heizkörpertausch, sonst wird die Wärmepumpe zum Stromfresser.

09Ablauf der Umrüstung vom ersten Termin bis zur Abnahme

Vom ersten Beratungstermin bis zur laufenden Wärmepumpe vergehen erfahrungsgemäß acht bis dreizehn Wochen, die längsten Blöcke sind die Förderbewilligung und die Lieferzeit. Die reine Baustelle im Haus dauert drei bis fünf Werktage. Warmwasser fehlt nur an einem einzigen Tag, weshalb der Umstieg auch mitten im Winter machbar ist, solange die alte Gasheizung bis zum Umbautag weiterläuft.

Am Anfang steht die Heizlastberechnung, ohne sie kann weder die Wärmepumpe richtig dimensioniert noch der Förderantrag sauber gestellt werden. Danach folgen Angebot, Antrag über das KfW-Portal, Bestellung, Montage und schließlich die Anmeldung beim Netzbetreiber. Welche Leistungen in einem unserer Komplettangebote stecken, zeigen wir auf der Seite zu unseren Wärmepumpen-Projekten. Der Zeitstrahl darunter bildet die Stationen mit den üblichen Zeitfenstern ab.

Vorbereiten können Sie den ersten Termin mit wenigen Unterlagen. Hilfreich sind die Gasabrechnungen der letzten zwei Jahre, Fotos vom Zählerschrank und vom Heizraum sowie, falls vorhanden, die alten Bauunterlagen mit den Heizkörpergrößen. Damit lässt sich die Heizlast in einem Termin belastbar bestimmen, statt sie über Wochen hinweg zu schätzen.

  1. Woche 1 bis 2Beratung und Heizlast

    Vor-Ort-Termin mit Aufmaß der Heizflächen und Prüfung des Stromanschlusses. Danach liegt die Heizlastberechnung vor.

  2. Woche 3 bis 4Angebot und Förderantrag

    Sie prüfen das Angebot mit aufschiebender Bedingung, der Zuschussantrag geht über das KfW-Portal raus.

  3. Woche 5 bis 9Bewilligung und Lieferung

    Die KfW prüft den Antrag, der Fachbetrieb bestellt die Wärmepumpe. Lieferzeiten liegen aktuell bei zwei bis sechs Wochen.

  4. Woche 10 bis 12Montage und Umbau

    Rückbau der Gasheizung, Aufstellung der Wärmepumpe, Hydraulik und Elektrik. Für die reine Montage sind drei bis fünf Werktage üblich.

  5. Woche 13Abnahme und Anmeldung

    Inbetriebnahme, hydraulischer Abgleich, Anmeldung beim Netzbetreiber nach Paragraf 14a EnWG und Einweisung.

Bereit für den Abschied von der Gasheizung?

Wir rechnen Heizlast, Förderung und Eigenanteil für Ihr Haus konkret durch, bevor Sie etwas entscheiden müssen. Kostenlos und vor Ort zwischen Prenzlau, Schwedt und Eberswalde.

Kostenlose Beratung startenAntwort innerhalb eines Werktags, Termin nach Ihrer Wahl.

10Häufige Fragen

Wie lange dauert die Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe?

Die reine Montage dauert drei bis fünf Werktage, Warmwasser steht meist nur an einem Tag nicht zur Verfügung. Vom ersten Beratungstermin bis zur Inbetriebnahme sollten Sie acht bis dreizehn Wochen einplanen, weil Förderbescheid und Lieferzeit die längsten Blöcke sind. In der Heizperiode ist der Umstieg problemlos möglich.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?

Ja, wenn die Heizkörper für niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt sind oder gezielt getauscht werden. Entscheidend ist, dass das Haus mit 50 bis 55 Grad Vorlauf warm wird. Dann erreicht die Wärmepumpe Jahresarbeitszahlen von 3 bis 3,5 und heizt günstiger als Gas. Eine Fußbodenheizung ist keine Voraussetzung.

Muss der Gasanschluss nach dem Umstieg stillgelegt werden?

Eine Pflicht zur sofortigen Stilllegung gibt es nicht. Solange der Anschluss besteht, zahlen Sie aber weiter den Grundpreis von rund 120 bis 250 Euro im Jahr. Die Stilllegung durch den Netzbetreiber kostet je nach Aufwand 600 bis 1.500 Euro und rechnet sich deshalb innerhalb weniger Jahre.

Bekommen Vermieter die gleiche Förderung wie Selbstnutzer?

Vermieter erhalten die Grundförderung von 30 Prozent und bei passender Technik den Effizienzbonus von 5 Prozent. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent und der Einkommensbonus von 30 Prozent sind dagegen an selbstnutzende Eigentümer gebunden. Damit liegt der Zuschuss für vermietete Objekte bei maximal 35 Prozent der förderfähigen Kosten.

Lohnt sich der Umstieg auch ohne eigene Photovoltaik?

Ja. Mit einem Wärmepumpentarif um 23 Cent pro Kilowattstunde und einer Jahresarbeitszahl von 3,6 kostet die Kilowattstunde Wärme rund 6,5 Cent, deutlich weniger als Gas. Eine Photovoltaikanlage senkt die Kosten zusätzlich, weil die Wärmepumpe im Sommer und in der Übergangszeit eigenen Strom nutzt. Wie beides zusammenspielt, zeigen wir auf unserer Seite zur <a href="https://sanwe-weiher.de/solaranlage-wärmepumpe">Kombination aus Solaranlage und Wärmepumpe</a>.

Hans-Jürgen Weiher

Hans-Jürgen Weiher

Hans-Jürgen Weiher, Geschäftsführer SANWE-Weiher KG

LinkedIn logo icon
Back to Blog