Nahaufnahme der Anschlussklemmen einer Wärmepumpe mit sichtbarer Verkabelung für die SG-Ready-Schnittstelle

SG-Ready Wärmepumpe: Wie sie mit PV-Strom intelligent zusammenspielt

August 17, 2026
Nahaufnahme der Anschlussklemmen einer Wärmepumpe mit sichtbarer Verkabelung für die SG-Ready-Schnittstelle
Wärmepumpe plus Photovoltaik

SG-Ready Wärmepumpe: Wie sie mit PV-Strom intelligent zusammenspielt

SANWE-WEIHERZwei Schaltkontakte reichen, damit die Wärmepumpe auf PV-Überschuss reagiert.
Bild mit KI erzeugt
SG-Ready ist ein Label des Bundesverbands Wärmepumpe mit definierter Schnittstelle und vier Betriebszuständen. Über zwei Schaltkontakte fährt die Wärmepumpe bei PV-Überschuss gezielt hoch. Für die neue BEG-Förderung reicht das reine Relais-Signal aber nicht mehr, gefragt ist eine digitale, netzdienliche Steuerung.

01Was bedeutet SG-Ready bei der Wärmepumpe?

2012 stellte der Bundesverband Wärmepumpe das Label SG-Ready vor, gemeinsam mit 17 beteiligten Herstellern. Es gilt bis heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz und beschreibt eine standardisierte Schnittstelle, über die sich eine Wärmepumpe von außen ansteuern lässt.

Hinter dem Kürzel steht "Smart Grid Ready", also die Bereitschaft, mit einem intelligenten Stromnetz und der eigenen Photovoltaik zusammenzuarbeiten. Technisch sind das zwei potenzialfreie Schaltkontakte am Gerät. Sie lassen vier Kombinationen zu, und genau diese vier Zustände machen das Label aus. Ein Referenzdokument des BWP legt fest, wie die Kontakte beschaltet sind.

Ein Gütesiegel für Effizienz ist das Label nicht. Es sagt nur, dass die Steuerung da ist. Ob Ihr Gerät sie hat, steht auf dem Typenschild oder in der Anlagendokumentation. Die Label-Historie bei alpha innotec ordnet ein, seit wann welche Baureihen das mitbringen. In der Praxis finden wir die Klemmen bei Geräten ab etwa 2013 fast immer, bei älteren Anlagen (leider) selten.

02Die vier Betriebszustände einfach erklärt

Aus den beiden Schaltkontakten ergeben sich vier Zustände, und die reichen vom erzwungenen Stillstand bis zum harten Anlaufbefehl. Der Netzbetreiber oder ein Energiemanager schaltet zwischen ihnen um, je nach Netzlage oder Sonnenstrom.

Zustand 1 blockiert die Wärmepumpe für maximal zwei Stunden am Stück. Das ist die Sperre, die ein Netzbetreiber im Rahmen des Paragraf 14a EnWG nutzen darf, wenn das Netz überlastet ist. Zustand 2 ist der Normalbetrieb. Hier läuft die Wärmepumpe nach ihrer eigenen Regelung, ohne äußeren Eingriff.

Zustand 3 ist eine Einschaltempfehlung. Die Wärmepumpe soll bevorzugt laufen und darf den Speicher etwas höher aufheizen, ganz ohne Zwang. Und genau dieser Zustand ist für die eigene Photovoltaik interessant. Zustand 4 dagegen ist der harte Anlaufbefehl, bei dem die Wärmepumpe starten und den Pufferspeicher auf die zulässige Höchsttemperatur bringen muss.

Im Alltag zählen vor allem Zustand 2 und Zustand 3. Bekommt Ihre Anlage tagsüber viel eigenen Strom vom Dach, sorgt Zustand 3 dafür, dass die Wärme dann erzeugt wird, wenn der Strom fast nichts kostet. Der Rest bleibt Automatik.

03So spielen PV und Wärmepumpe zusammen

Damit die Photovoltaik die Wärmepumpe steuert, braucht es ein Bauteil dazwischen, das den Überschuss misst und die passenden Kontakte schließt. Meist ist das ein Energiemanager, oft HEMS genannt. Er sitzt am Zählerpunkt und rechnet mit, wie viel Strom das Dach gerade liefert und wie viel das Haus verbraucht.

Sobald ein Überschuss von rund 2 kW für einige Minuten stabil anliegt, schaltet der Manager die Wärmepumpe in Zustand 3. Die zieht dann bevorzugt den Solarstrom und lädt Pufferspeicher oder Warmwasser höher, als die Standardregelung es täte. Fällt der Überschuss weg, geht es zurück in Zustand 2.

Der Speicher ist dabei der Puffer. Er nimmt die Wärme auf, die tagsüber günstig erzeugt wird, und gibt sie abends wieder ab. Je größer der Speicher, desto mehr Sonnenstrom lässt sich zeitversetzt nutzen. Wie sich Solaranlage und Wärmepumpe sinnvoll kombinieren lassen, hängt vor allem an dieser Abstimmung von Dachleistung, Speichergröße und Heizlast.

Ein ehrlicher Punkt zur Erwartung. SG-Ready allein macht aus einem kleinen Dach keine autarke Heizung. Die Schaltung hebt den Eigenverbrauch, sie ersetzt aber keine ausreichend dimensionierte Photovoltaikanlage.

04SG-Ready gegen echte digitale Steuerung

Hier trennt sich die einfache Schaltlösung von der digitalen Steuerung. SG-Ready kann nur ein- und ausschalten oder eine Empfehlung geben. Ein Zahlensignal sendet die Schnittstelle nicht. Die Photovoltaik weiß nicht, wie warm der Speicher gerade ist, und die Wärmepumpe weiß nicht, wie viele Kilowatt Überschuss exakt bereitstehen.

Bei modulierenden Wärmepumpen ist das eine spürbare Grenze. Diese Geräte können ihre Leistung fein regeln, doch die reine Relaissteuerung nutzt das kaum. Sie schaltet die Wärmepumpe auf eine feste Empfehlung, statt die Leistung genau an den verfügbaren Überschuss anzupassen. Ein Teil des möglichen Eigenverbrauchs bleibt so liegen.

Eine echte digitale Schnittstelle kommuniziert in beide Richtungen. Sie meldet Statusdaten ans Netz und empfängt Leistungsvorgaben, oft über einen Standard wie EEBUS und ein HEMS. So lässt sich die Wärmepumpe stufenlos an den Solarstrom heranführen. Für Bestandsanlagen ist SG-Ready trotzdem oft die pragmatische Wahl, weil das Nachrüsten günstig bleibt. Und wer neu baut, sollte die digitale Variante gleich von Anfang an einplanen.

PV und Wärmepumpe clever koppeln

Wir prüfen für Ihr Haus in der Uckermark, ob SG-Ready genügt oder ein Energiemanager mehr Eigenverbrauch bringt.

Anlage prüfen lassen

05Förderung 2026 und 2027, worauf Sie jetzt achten müssen

Bei der BEG-Heizungsförderung hat sich die Anforderung verschärft. Die Wärmepumpe muss netzdienlich ansteuerbar sein und eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 erreichen. Das reine SG-Ready-Relais galt lange als ausreichend, doch das ändert sich gerade.

Nach der Reform reicht eine relaisbasierte SG-Ready-Wärmepumpe für die neue Förderfähigkeit nicht mehr aus. Gefordert ist eine digitale, bidirektionale Schnittstelle, die Statusdaten ans Netz meldet und netzdienlich gesteuert werden kann. Die Einordnung dazu liefert energie-experten.org zur BEG-Reform.

Ab Juli 2027 wird für diese digitale Ansteuerung ein einheitlicher Standard wie EEBUS Pflicht. Wer heute eine Wärmepumpe kauft und die Förderung mitnehmen will, sollte deshalb nicht nur aufs SG-Ready-Label schauen. Fragen Sie den Hersteller konkret, ob das Gerät eine digitale Schnittstelle mitbringt und ob ein passendes HEMS unterstützt wird.

Für Sie heißt das eine klare Reihenfolge. Erst die Frage nach der digitalen Steuerung, dann die JAZ, dann der Preis. Wir prüfen bei jeder Wärmepumpen-Planung im Einzugsgebiet, ob das gewählte Gerät die aktuellen Förderbedingungen erfüllt, bevor der Antrag steht.

06Nachrüsten, Kosten und Wirtschaftlichkeit

Viele Bestandsanlagen haben die SG-Ready-Klemmen längst, sie sind nur nicht angeschlossen. Dann reicht ein Nachrüstmodul plus die Arbeit des Elektrikers. Die Grundkomponenten für die Anbindung liegen laut priwatt zwischen 50 und 200 Euro, der eigentliche Kostentreiber ist meist der Energiemanager.

Die Tabelle unten zeigt typische Positionen. Ein Pufferspeicher ist nur nötig, wenn keiner vorhanden oder er zu klein ist. Genau dieser Posten entscheidet oft, ob sich das Nachrüsten in einem Rutsch rechnet oder ob man erst mal mit der vorhandenen Technik startet.

Zur Wirtschaftlichkeit ein grober Rahmen. Kostet ein Energiemanager rund 800 Euro und spart pro Jahr etwa 240 Euro an Stromkosten, ist er nach gut drei Jahren bezahlt. Bei kleineren Dächern oder ganz ohne Speicher dauert es länger. Deshalb lohnt vor dem Kauf eine kurze Rechnung mit den echten Verbrauchswerten Ihres Hauses statt einer Faustzahl aus dem Prospekt.

KomponenteTypische Kosten
SG-Ready-Relaismodul90 Euro
Energiemanager HEMS550 Euro
Elektroinstallation280 Euro
Zusätzlicher Pufferspeicher1200 Euro

Richtwerte SANWE-Weiher KG, Stand 2026, Grundkomponenten laut priwatt 50 bis 200 Euro. Preise je nach Anlage und Region.

Typische Kosten im Vergleich
SG-Ready-Relaismodul90 Euro
Energiemanager HEMS550 Euro
Elektroinstallation280 Euro
Zusätzlicher Pufferspeicher1200 Euro
2012Einführungsjahr des SG-Ready-Labels durch den BWP
17Wärmepumpenhersteller waren bei der Einführung beteiligt
240Euro/JahrErsparnis im Rechenbeispiel eines Einfamilienhauses bei Prenzlau
Rechenregel

Wurde Ihre Wärmepumpe vor 2015 verbaut, prüfen Sie zuerst das Typenschild auf die beiden SG-Ready-Klemmen. Fehlen sie, ist ein Nachrüstmodul oft günstiger als gedacht, ein zusätzlicher Speicher aber teurer als das Modul selbst.

07Praxis im Einzugsgebiet der SANWE-Weiher KG

Ein Beispiel aus dem Raum Prenzlau macht die Größenordnung greifbar. Ein Einfamilienhaus mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einer 8-kWp-Anlage auf dem Dach. Übers Jahr lassen sich dort mit SG-Ready-Steuerung und einem 300-Liter-Pufferspeicher rund 1.100 Kilowattstunden zusätzlich aus dem eigenen Solarstrom in die Wärmepumpe lenken.

Diese 1.100 Kilowattstunden hätten sonst zwei Wege genommen. Einspeisen für gut 8 Cent oder später aus dem Netz zurückkaufen für rund 30 Cent. Die Differenz von etwa 22 Cent je Kilowattstunde ergibt ungefähr 240 Euro Ersparnis im Jahr. Kein großer Sprung, aber ein stabiler.

In Schwedt, Eberswalde, Bernau oder Neubrandenburg fällt das Ergebnis je nach Dachausrichtung und Heizlast anders aus. Ein Nordhaus in Templin bringt weniger als ein Südhaus in Angermünde. Deshalb rechnen wir bei der SANWE-Weiher KG jeden Fall einzeln durch, statt mit einem regionalen Mittelwert zu werben. Wer die Zahlen fürs eigene Dach sehen will, findet den Einstieg über die Kombination aus Solaranlage und Wärmepumpe in Prenzlau.

SG-Ready und PV zusammen planen

Ob Neubau oder Nachrüstung, wir sagen Ihnen ehrlich, welche Steuerung sich in Prenzlau, Schwedt oder Eberswalde für Sie rechnet.

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08Häufige Fragen

Ist meine Wärmepumpe SG-Ready?

Werfen Sie einen Blick auf das Typenschild und in die Anlagendokumentation. Gesucht sind zwei Schaltkontakte oder der Hinweis SG-Ready. Geräte ab etwa 2013 bringen die Schnittstelle fast immer mit, oft ist sie nur nicht angeschlossen. Ältere Wärmepumpen haben sie selten. Im Zweifel prüfen wir das bei einem Vor-Ort-Termin.

Brauche ich für SG-Ready ein HEMS?

Für die reine Netzsperre über den Netzbetreiber genügt oft eine einfache Verdrahtung. Wollen Sie aber PV-Überschuss gezielt in die Wärmepumpe lenken, brauchen Sie einen Energiemanager, der den Überschuss misst und die Kontakte schaltet. Ohne dieses Bauteil reagiert die Wärmepumpe nicht automatisch auf Ihren eigenen Solarstrom.

Lohnt sich das Nachrüsten von SG-Ready?

Sind die Klemmen schon vorhanden, ist die Anbindung mit 50 bis 200 Euro plus Elektroarbeit günstig. In unserem Beispiel bei Prenzlau spart die Steuerung rund 240 Euro pro Jahr. Bei kleinen Dächern oder ohne passenden Speicher fällt die Ersparnis geringer aus. Eine kurze Rechnung mit Ihren echten Verbrauchswerten zeigt es zuverlässig.

Was ändert sich 2026 und 2027 bei der Förderung?

Für die BEG-Heizungsförderung reicht eine rein relaisbasierte SG-Ready-Wärmepumpe nicht mehr aus. Gefordert ist eine digitale, bidirektionale Schnittstelle plus eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0. Ab Juli 2027 wird ein einheitlicher Standard wie EEBUS Pflicht. Achten Sie beim Kauf also auf die digitale Ansteuerung, nicht nur auf das SG-Ready-Label.

Hans-Jürgen Weiher

Hans-Jürgen Weiher

Hans-Jürgen Weiher, Geschäftsführer SANWE-Weiher KG

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