
Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren: Heizen mit eigenem Strom

Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren: Heizen mit eigenem Strom
01Warum eigener Solarstrom die Wärmepumpe billiger macht
35 Cent kostet die Kilowattstunde Netzstrom derzeit im bundesweiten Schnitt. Vom eigenen Dach kommt dieselbe Kilowattstunde für rund 10 Cent. In dieser Lücke steckt der ganze Reiz, wenn eine Wärmepumpe ihren Strom aus einer Photovoltaikanlage zieht.
Eine Wärmepumpe braucht Strom, um aus Umweltwärme Heizwärme zu machen. Die PV-Anlage liefert Strom, sobald die Sonne scheint. Läuft die Pumpe tagsüber, wandert der Solarstrom direkt in den Heizkreis (statt für ein paar Cent ins Netz). Das drückt die Rechnung und macht unabhängiger vom Tarif des Versorgers.
Wie stark der Effekt ausfällt, hängt an der Planung. Wer beide Anlagen aufeinander abstimmt, verschiebt einen großen Teil des Verbrauchs in die sonnigen Stunden. Mehr zu den Grundlagen der Wärmepumpentechnik steht auf unserer Leistungsseite.
02So fließt der Strom von der PV-Anlage zur Wärmepumpe
Der Strom nimmt im Haus einen klaren Weg. Zuerst deckt die PV-Anlage den laufenden Haushalt. Was übrig bleibt, geht an die Wärmepumpe, und reicht das nicht, springt das Netz ein.
- PV-Anlage erzeugt Strom
- Haushalt wird vorrangig versorgt
- Überschuss läuft in die Wärmepumpe
- Rest lädt die Batterie oder geht ins Netz
Damit die Pumpe genau dann läuft, wenn die Sonne liefert, sorgt die SG-Ready-Schnittstelle. Über sie meldet ein Energiemanagementsystem der Wärmepumpe, dass gerade Überschuss da ist. Die Pumpe hebt dann die Vorlauftemperatur leicht an und lädt den Pufferspeicher vor.
Zwei Speicher spielen zusammen. Der Pufferspeicher hält warmes Heizwasser vor, der Batteriespeicher hält Strom für den Abend. Beide verlängern die Zeit, in der Solarstrom genutzt wird, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen.
03Lohnt sich die Kombination? Ein Rechenbeispiel
Rechnen wir es an einem Haus durch, das viele in der Uckermark kennen. Ein saniertes Einfamilienhaus, 150 Quadratmeter, Baujahr um 1995, Fußbodenheizung im Erdgeschoss. Der Jahreswärmebedarf liegt bei etwa 15.000 Kilowattstunden.
Die Wärmepumpe arbeitet mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5. Aus 15.000 Kilowattstunden Wärme werden so rund 4.300 Kilowattstunden Strom. Dazu kommt der Haushalt mit etwa 3.500 Kilowattstunden. Die Feldmessungen des Fraunhofer ISE zeigen, dass Werte um 3,5 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand realistisch sind.
Aufs Dach kommt eine PV-Anlage mit 8 Kilowatt peak und ein Batteriespeicher mit 6 Kilowattstunden. In Nordostdeutschland liefert jedes Kilowatt peak rund 950 Kilowattstunden im Jahr, macht etwa 7.600 Kilowattstunden. Davon fließt ein Teil sofort in die Wärmepumpe, der Rest verteilt sich auf Haushalt, Speicher und Netz.
Von den 4.300 Kilowattstunden für die Wärmepumpe deckt die Anlage über das Jahr rund 40 Prozent. Bei 35 Cent Netzpreis und 10 Cent Gestehungskosten ergibt das die Zahlen in der Tabelle.
Unterm Strich bleiben knapp 600 Euro pro Jahr allein beim Wärmepumpenstrom. Der eingesparte Haushaltsstrom kommt oben drauf.
| Position | ohne PV | mit PV und Speicher |
|---|---|---|
| Stromverbrauch Wärmepumpe | 4.300 kWh | 4.300 kWh |
| Netzbezug für Heizen | 4.300 kWh | 2.600 kWh |
| PV-Anteil am WP-Strom | 0 % | 40 % |
| Stromkosten Heizen pro Jahr | 1.505 € | 910 € |
| Ersparnis pro Jahr | 0 € | 595 € |
Rechenbeispiel SANWE-Weiher KG, Strompreis 0,35 €/kWh, JAZ 3,5, Musterhaus 150 m², Stand 2025.
Passt die Kombination zu Ihrem Haus?
Wir rechnen Eigenverbrauch, Fördersumme und Anlagengröße für Ihr Dach durch. Kostenlos und ohne Verpflichtung.
Kombi einschätzen lassen04Wie groß müssen PV, Wärmepumpe und Speicher sein?
Die Größe der Anlagen hängt aneinander. Eine Faustregel aus der Praxis: pro Kilowatt Heizleistung der Wärmepumpe rechnen wir etwa 1,5 bis 2 Kilowatt peak PV ein.
Das Musterhaus braucht rund 6 Kilowatt Heizleistung. Daraus folgen die 8 bis 10 Kilowatt peak aufs Dach. Beim Speicher hat sich ein Wert um 1 Kilowattstunde pro Kilowatt peak bewährt, also 6 bis 8 Kilowattstunden.
Zu klein geplant bringt wenig Eigenverbrauch. Zu groß geplant kostet Geld, das sich nie amortisiert, weil der Überschuss für ein paar Cent ins Netz wandert.
- PV-Anlage zu klein für den Winterbedarf ausgelegt
- Speicher überdimensioniert und dadurch unnötig teuer
- Pufferspeicher vergessen, sodass die Wärmepumpe taktet
- Steuerung fehlt, Solarstrom läuft am Heizstab vorbei
Die passende Photovoltaik-Größe hängt am Ende an Dachfläche, Ausrichtung und Verschattung.
05Förderung 2025 und 2026 für die Kombination
Für die Wärmepumpe gibt es Geld über die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Die Grundförderung liegt bei 30 Prozent der Kosten.
Dazu kommen Boni. Der Klimageschwindigkeitsbonus bringt 20 Prozent für den schnellen Tausch einer alten fossilen Heizung. Ein Einkommensbonus von 30 Prozent gilt für Haushalte bis 40.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen. Gedeckelt sind die förderfähigen Kosten bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, und die Boni summieren sich auf höchstens 70 Prozent.
Die Anträge laufen über die KfW im Programm 458. Die genauen Bedingungen stehen in der BEG-Übersicht des Bundes.
Die PV-Anlage selbst läuft nicht über die BEG. Sie profitiert von null Prozent Umsatzsteuer auf Kauf und Montage sowie von der Einspeisevergütung nach dem EEG. Deren Höhe legt die Bundesnetzagentur fest, sie wird halbjährlich angepasst.
Wie sich Kosten und Förderung bei der Wärmepumpe im Detail rechnen, steht in unserem Beitrag zu Wärmepumpe Kosten und Förderung 2026.
06Was in der Uckermark und im Barnim zählt
Nordostdeutschland taugt für Solarstrom besser, als viele denken. Die Uckermark gehört zu den einstrahlungsstärkeren Ecken im Norden, rund 950 bis 1.000 Kilowattstunden pro Kilowatt peak im Jahr sind drin.
Der Haken liegt im Winter. Im Dezember und Januar liefert das Dach wenig, und genau dann läuft die Wärmepumpe am meisten. Diese beiden Kurven passen nicht zusammen, und keine PV-Anlage schließt die Lücke. Ehrlich gerechnet deckt die Sonne im Hochwinter kaum 10 Prozent des Heizstroms.
Dafür gleicht der Sommer viel aus. Von März bis Oktober läuft die Pumpe fast nur fürs Warmwasser, und der Solarüberschuss reicht dann meist komplett.
Wir planen beide Anlagen aus einer Hand, für Kunden in Prenzlau, Schwedt, Eberswalde und Bernau. Wie die Kombination aus Solaranlage und Wärmepumpe bei Ihnen aussieht, hängt vom Dach und der Heizlast ab. Für Prenzlau gibt es die Details auf der Standortseite Prenzlau.
07Reihenfolge und Ablauf: erst Dach oder erst Keller?
Zum Schluss die häufigste Frage. Erst das Dach oder erst der Keller? Läuft die alte Heizung noch, planen wir beides gemeinsam und stimmen die Größen aufeinander ab.
Steht ein akuter Heizungsausfall an, kommt die Wärmepumpe zuerst. Die PV lässt sich problemlos nachrüsten, die SG-Ready-Schnittstelle verlegen wir dabei gleich mit. Wer schon eine PV-Anlage hat, prüft vor dem Wärmepumpeneinbau nur, ob Speicher und Steuerung passen.
Der grundlegende Ablauf sieht so aus.
Ein Blick lohnt auch auf kleine Einstiege wie das Balkonkraftwerk, wenn das Hauptdach noch nicht frei ist. Eine ehrliche Einordnung zur Kombination gibt die SANWE-Weiher KG im kostenlosen Erstgespräch.
- Bedarf erfassen
Heizlast und Stromverbrauch des Hauses aufnehmen, samt Warmwasser und vorhandener Verbrauchsdaten.
- Wärmepumpe auslegen
Heizleistung und Jahresarbeitszahl passend zum Gebäude bestimmen und den Pufferspeicher einplanen.
- PV-Größe festlegen
Dachfläche, Ausrichtung und Verschattung prüfen und daraus die Kilowatt peak ableiten.
- Speicher und Steuerung wählen
Batteriegröße und Energiemanagement mit SG-Ready auf den Eigenverbrauch abstimmen.
- Förderung und Montage
BEG-Antrag über die KfW stellen, danach beide Anlagen einbauen und in Betrieb nehmen.
Solarstrom und Wärmepumpe aus einer Hand
Von der Heizlast bis zur Fördersumme planen wir beide Anlagen so, dass möglichst viel Sonnenstrom in Ihrer Wärmepumpe landet. Der erste Schritt ist ein kostenloses Erstgespräch.
Beratung kostenlos startenFür Prenzlau, Schwedt, Eberswalde, Bernau und die ganze Region.08Häufige Fragen
Wird die Wärmepumpe im Winter komplett mit Solarstrom versorgt?
Nein. Im Dezember und Januar liefert das Dach so wenig, dass die Sonne kaum 10 Prozent des Heizstroms deckt. Genau dann läuft die Wärmepumpe am stärksten. Den Rest holt sie aus dem Netz. Über das ganze Jahr gerechnet schafft eine gut geplante Anlage trotzdem 30 bis 40 Prozent Solaranteil am Wärmepumpenstrom.
Brauche ich für die Kombination einen Batteriespeicher?
Zwingend ist er nicht. Ohne Speicher nutzt die Wärmepumpe den Solarstrom nur, solange die Sonne scheint. Ein Pufferspeicher für Heizwasser bringt oft mehr als eine teure Batterie, weil er die Wärme direkt aufnimmt. Ob sich zusätzlich ein Batteriespeicher lohnt, hängt am Preis pro Kilowattstunde und an Ihrem Abendverbrauch.
Was kostet die Kombination aus Wärmepumpe und PV insgesamt?
Grob liegen beide Anlagen zusammen bei 25.000 bis 40.000 Euro vor Abzug der Förderung, je nach Dachgröße, Speicher und Wärmepumpentyp. Die BEG deckt bis zu 70 Prozent der Wärmepumpenkosten, gedeckelt bei 30.000 Euro förderfähiger Summe. Die PV-Anlage fällt unter null Prozent Umsatzsteuer. Ein genauer Wert kommt aus der Planung vor Ort.
Lohnt sich die Kombination auch bei einem älteren Haus?
Ja, wenn die Vorlauftemperatur im Griff bleibt. Ein Haus von 1995 mit Fußbodenheizung passt gut. Bei alten Heizkörpern und schwacher Dämmung steigt die nötige Vorlauftemperatur, die Jahresarbeitszahl sinkt und der Stromverbrauch klettert. Dann lohnt sich vorab ein Blick auf einzelne Dämmschritte oder größere Heizflächen.

