Illustration eines Küchentischs mit Stromabrechnung und Taschenrechner, durchs Fenster steht eine Wärmepumpe im Schnee

Wärmepumpe Kosten monatlich: Was Sie wirklich für Strom und Betrieb zahlen

September 29, 2026
Illustration eines Küchentischs mit Stromabrechnung und Taschenrechner, durchs Fenster steht eine Wärmepumpe im Schnee
Betriebskosten ehrlich gerechnet

Wärmepumpe Kosten monatlich: Was Sie wirklich für Strom und Betrieb zahlen

SANWE-WEIHER54 bis 232 Euro Abschlag pro Monat: Was Ihr Haus wirklich braucht, entscheidet erst die Rechnung.
Bild mit KI erzeugt
Für ein Einfamilienhaus liegen die monatlichen Stromkosten einer Wärmepumpe je nach Baujahr und Dämmung zwischen 54 und 232 Euro, typisch sind 80 bis 150 Euro. Dazu kommen 20 bis 40 Euro für Wartung und Nebenposten. Wie hoch Ihr Abschlag ausfällt, bestimmen Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl und der gewählte Stromtarif.

01So setzt sich Ihr monatlicher Abschlag zusammen

54 Euro im Monat zahlt ein Neubau in Bernau für seine Wärmepumpe, 232 Euro ein unsanierter Altbau aus den siebziger Jahren bei Pasewalk. Beides sind Größenordnungen aus unserer Installationspraxis. Die Spanne erklärt, warum Pauschalantworten auf die Frage nach den monatlichen Kosten wenig taugen. Vier Dinge entscheiden über Ihre Rechnung: der Wärmebedarf Ihres Hauses, die Jahresarbeitszahl, der Strompreis Ihres Tarifs und die Nebenkosten rund um Wartung und Zähler.

Ihr Stromversorger rechnet nicht jeden Monat frisch ab, er schätzt. Aus dem erwarteten Jahresverbrauch, dem Arbeitspreis und dem Grundpreis bildet er eine Jahressumme und teilt sie durch elf oder zwölf Abschläge. Erst die Jahresabrechnung stellt die Schätzung gegen den echten Zählerstand, und erst dann zeigt sich, ob Sie zu viel oder zu wenig gezahlt haben.

Der Arbeitspreis ist der Betrag je Kilowattstunde, bei Wärmepumpentarifen 2025 rund 24 bis 28 Cent. Der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch an und liegt je nach Netzgebiet zwischen 8 und 15 Euro im Monat. Haushaltsstrom aus der Grundversorgung kostete nach Angaben des BDEW zuletzt im Bundesdurchschnitt rund 39 Cent je Kilowattstunde. Ein Tarif für Heizstrom liegt deutlich darunter, dafür kommt beim zweiten Zähler der Messstellenbetrieb dazu.

Der Abschlag ist also eine Vorauszahlung, keine Abrechnung des echten Monatsverbrauchs. Deshalb bucht der Versorger im Juli denselben Betrag ab wie im Januar, obwohl die Wärmepumpe im Sommer fast nur Warmwasser bereitet.

02Was eine Wärmepumpe im Monat kostet: der Vergleich nach Hausgröße und Baujahr

Die Rechnung dahinter ist einfach. Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Stromverbrauch, der mal Strompreis ergibt die Jahreskosten. Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom wird. Eine JAZ von 3,4 heißt: aus 1.000 Kilowattstunden Strom entstehen 3.400 Kilowattstunden Wärme. Die Feldmessungen des Fraunhofer ISE an mehr als hundert Anlagen in Bestandsgebäuden ergaben für Luft-Wasser-Wärmepumpen Werte um 3,0, in gedämmten Häusern mit Fußbodenheizung auch 4,0 und mehr.

Für die folgende Übersicht rechnen wir mit 26 Cent je Kilowattstunde, einem typischen Wärmepumpentarif in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zum Stand Ende 2025.

Der Neubau kommt auf 54 Euro im Monat. Das 200-Quadratmeter-Haus ohne nennenswerte Dämmung erreicht 232 Euro, weil sein Wärmebedarf dreimal so hoch liegt wie der des teilsanierten Hauses und die hohe Heizkörpertemperatur die JAZ drückt. Zwischen diesen Polen bewegt sich der häufigste Fall in unserem Kundenkreis, das teilsanierte Haus mit 95 Euro. Wer wissen will, wie sich so ein Jahresverbrauch im Detail zusammensetzt, findet die Zahlen im Artikel zum Jahresverbrauch der Wärmepumpe.

Enthalten ist hier nur der laufende Betrieb. Was die Anschaffung kostet und welche Zuschüsse es 2026 gibt, steht im Überblick zu Kosten und Förderung der Wärmepumpe. Und ob Ihr Gebäude überhaupt für eine Wärmepumpe geeignet ist, klären wir auf unserer Seite zu Wärmepumpen von SANWE-Weiher.

HausWärmebedarf pro JahrJAZStromverbrauchAbschlag pro Monat
Neubau, 100 m²10.000 kWh4,02.500 kWh54 €
Teilsaniert, 150 m²15.000 kWh3,44.400 kWh95 €
Altbau, 200 m²30.000 kWh2,810.700 kWh232 €

Eigene Berechnung, Strompreis 26 Cent je kWh (Wärmepumpentarif, Stand Ende 2025). Nur laufende Stromkosten, ohne Wartung und Nebenposten.

Passt Ihr Haus zu diesen Zahlen?

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03Warum der Januar das Doppelte des Abschlags frisst

Eine Heizung arbeitet saisonal, der Abschlag nicht. Rund die Hälfte des Jahreswärmebedarfs eines Einfamilienhauses fällt in die vier Monate November bis Februar, der Januar allein trägt etwa 17 bis 18 Prozent des Jahresverbrauchs. Im Juli dagegen läuft die Wärmepumpe fast nur für Warmwasser, ihr Anteil liegt bei 2 bis 3 Prozent.

Konkret am Beispiel des 150-Quadratmeter-Hauses mit 1.144 Euro Jahreskosten. Der Januar kostet rechnerisch rund 200 Euro Strom, der Juli etwa 25 Euro. Abgebucht werden in beiden Monaten 95 Euro. Die Differenz trägt das Versorgerkonto, und genau dafür ist es da.

Für das Haushaltsbudget heißt das: Der Abschlag ist kein Verbrauchsbarometer. Wer im Winter beim Heizen spart, weil die Abbuchung hoch wirkt, verwechselt Abschlag mit Verbrauch. Entscheidend ist allein die Jahresabrechnung. Steht dort eine Rückzahlung, war der Abschlag zu hoch angesetzt. Steht eine Nachzahlung darüber, war er zu niedrig oder die Anlage läuft schlecht eingestellt, beides kommt in der ersten Heizsaison gleichermaßen vor.

Praxisregel aus unseren Projekten: Nach der ersten Heizsaison den Abschlag an die echte Abrechnung anpassen, statt sich auf die automatische Hochrechnung des Versorgers zu verlassen. Die reagiert mitunter träge und schlägt nach einer Rückzahlung einen Abschlag vor, der deutlich über dem nötigen Betrag liegt. Das ist Geld, das erst ein Jahr später zurückkommt.

Häufiger Fehler

Nach der Umstellung übernimmt der Versorger den alten Abschlag des Haushaltsstroms oder rechnet pauschal hoch, ohne den Heizverbrauch der neuen Wärmepumpe sauber zu kalkulieren.

FolgeEine Nachzahlung von 400 bis 900 Euro in der ersten Jahresabrechnung, die viele Kunden nicht auf dem Schirm haben und die das Budget der Heizsaison durcheinanderbringt.

BesserDen Jahresverbrauch aus Wärmebedarf und JAZ selbst rechnen, den Abschlag 10 bis 15 Prozent darüber ansetzen und nach der ersten Abrechnung an die echten Werte anpassen.

04Wärmepumpentarif oder Haushaltsstrom: was sich in der Region lohnt

In unserem Netzgebiet, überwiegend E.DIS in Brandenburg, kostet Haushaltsstrom in der Grundversorgung 2025 um die 36 bis 38 Cent je Kilowattstunde, günstige Wechseltarife liegen bei 30 bis 34 Cent. Ein klassischer Wärmepumpentarif mit zweitem Zähler kommt auf 24 bis 28 Cent, dafür fallen für Zähler und Messstellenbetrieb 100 bis 180 Euro im Jahr extra an.

Die Differenz ist erheblich. Beim 150-Quadratmeter-Haus mit 4.400 Kilowattstunden spart der Wärmepumpentarif gegenüber einem Haushaltsstromtarif mit 34 Cent etwa 440 Euro im Jahr, und nach Abzug der Zusatzkosten für Zähler und Messstelle bleiben rund 290 Euro, also 24 Euro auf jeden einzelnen Monat gerechnet. Beim Neubau mit nur 2.500 Kilowattstunden schmilzt der Vorteil auf gut 100 Euro im Jahr, dann trägt sich der zweite Zähler kaum.

Als Faustregel aus unserer Beratungspraxis gilt: Ab etwa 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch der Wärmepumpe rechnet sich der separate Tarif, darunter fährt man mit einem guten Haushaltsstromtarif besser.

Eine ehrliche Grenze gibt es. Wer ohnehin einen günstigen Ökostromtarif unter 28 Cent hat, gewinnt mit dem Wechsel fast nichts. Und dynamische Tarife können für Wärmepumpen interessant sein, verlangen aber einen Smart Meter und die Bereitschaft, Preisschwankungen zu akzeptieren. Im Kernwinter, wenn die Wärmepumpe am meisten läuft, ist der Börsenstrom oft teuer.

05Die stillen Posten auf der Jahresrechnung

Strom ist der große Posten, aber nicht der einzige. Die jährliche Wartung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 150 bis 350 Euro, je nach Umfang und Anfahrt. Der Bundesverband Wärmepumpe empfiehlt eine regelmäßige Prüfung, und viele Hersteller binden ihre Garantie an den Nachweis. Umgerechnet sind das 12 bis 29 Euro im Monat.

Die Gebäudeversicherung ist der zweite Posten. Viele Tarife decken die Wärmepumpe als fest verbautes Bauteil mit ab, manche verlangen einen Zusatzbaustein von 15 bis 30 Euro im Jahr. Das klärt ein einziger Anruf beim Versicherer. Wer einen zweiten Zähler für den Heizstrom betreibt, zahlt außerdem Messstellenbetrieb von 20 bis 60 Euro jährlich, und der taucht in keiner Strompreiswerbung auf.

Summiert bleiben 20 bis 40 Euro im Monat an Nebenkosten. Kleinvieh, das in keiner Hochrechnung fehlen sollte, weil es sonst in der Jahresabrechnung als Überraschung auftaucht. Bei der Planung einer Anlage mit SANWE-Weiher gehören diese Posten von Anfang an in die Wirtschaftlichkeitsrechnung, nicht erst in die erste Abrechnung.

06Wie viel senkt Photovoltaik die Monatsrechnung?

Der größte Hebel sitzt an der Heizkurve, und er kostet nichts. Jedes Grad höhere Vorlauftemperatur treibt den Stromverbrauch um rund 2,5 Prozent nach oben. Wer die Kurve nach dem Einzug einmal sauber einstellt, statt sie auf Werkseinstellung laufen zu lassen, spart beim 150-Quadratmeter-Haus schnell 300 bis 500 Kilowattstunden im Jahr, also 8 bis 11 Euro im Monat.

Der zweite Hebel ist eigen erzeugter Strom. Eine 10-Kilowatt-Peak-Anlage liefert in Brandenburg etwa 9.500 bis 10.000 Kilowattstunden im Jahr. Ein Teil davon geht direkt in die Wärmepumpe, besonders in der Übergangszeit und für Warmwasser im Sommer. Wie beide Anlagen zusammenspielen, zeigt der Artikel zum Heizen mit eigenem Strom, und die passende Kombination stellen wir auf der Seite zur Solaranlage mit Wärmepumpe vor.

Ehrlichkeit gehört an dieser Stelle dazu. Im Dezember liefert dieselbe Anlage nur 250 bis 300 Kilowattstunden, genau dann, wenn die Wärmepumpe am meisten zieht. Photovoltaik glättet die Stromrechnung übers Jahr, den Kernwinter heizen Sie aus dem Netz. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch deutlich, doch das ist eine eigene Investitionsrechnung.

Praxis-Tipp

Lesen Sie den Wärmepumpenzähler am Ersten jedes Monats ab und notieren Sie den Stand. Nach zwölf Monaten kennen Sie Ihren echten Verbrauch und passen den Abschlag mit Fakten an, statt auf die Schätzung des Versorgers zu vertrauen.

Was PV-Überschuss monatlich bringt
Strombedarf der Wärmepumpe4.400 kWh/Jahr
Davon direkt vom Dach, ohne Speicher1.200 kWh
Ersparnis Netzstrom à 0,26 €312 €/Jahr
Entgangene Einspeisevergütung à 0,08 €minus 96 €/Jahr
Ersparnis auf der Monatsrechnung18 €/Monat

Annahmen: 10-kWp-Anlage mit etwa 1.200 kWh direktem Wärmepumpenstrom und rund 8 Cent Einspeisevergütung. Mit Speicher steigen Eigenverbrauch und Ersparnis deutlich.

07Abschläge aus der Praxis zwischen Templin und Bernau

Zwei Beispiele aus unserem Kundenkreis zeigen die Bandbreite. In Templin haben wir 2024 in ein Einfamilienhaus von 1978 mit 155 Quadratmetern eine Luft-Wasser-Wärmepumpe eingebaut, die Fassade war 2019 gedämmt worden, die Heizkörper blieben. Der Versorger setzte den Abschlag zunächst auf 195 Euro, und nach der ersten Abrechnung mit 7.900 Kilowattstunden Verbrauch ging er auf 172 Euro herunter.

In Bernau betreuen wir einen KfW-55-Neubau mit 142 Quadratmetern und Fußbodenheizung. Dort verbraucht die Wärmepumpe 2.600 Kilowattstunden im Jahr, der Abschlag liegt bei 62 Euro. Der Unterschied zwischen beiden Häusern steckt im Wärmebedarf und in der niedrigen Vorlauftemperatur des Neubaus.

Eine Einschränkung ist uns wichtig. Das erste Heizjahr liegt erfahrungsgemäß über dem späteren Verbrauch, weil Baufeuchte raus muss und die Einstellungen noch nicht sitzen. Wer seine Monatskosten vor der Entscheidung belastbar wissen will, sollte sie mit den eigenen Gebäudedaten rechnen lassen, statt Durchschnittswerte aus dem Netz zu übernehmen. Genau dafür ist das kurze Quiz von SANWE-Weiher vor der kostenlosen Beratung gedacht.

Wie hoch wird Ihr Abschlag wirklich?

Im kurzen Quiz auf unserer Startseite klären wir in zwei Minuten, welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt und welche monatlichen Kosten realistisch sind. Danach beraten wir Sie persönlich und kostenlos.

Kostenlose Beratung startenUnverbindlich, Antworten direkt von SANWE-Weiher aus der Region.

08Häufige Fragen

Kann ich den monatlichen Abschlag selbst anpassen?

Ja, jederzeit beim Versorger, telefonisch oder im Online-Portal. Sinnvoll ist das nach der ersten Jahresabrechnung, wenn Sie Ihren echten Verbrauch kennen. Der Abschlag sollte die erwarteten Jahreskosten geteilt durch elf oder zwölf abdecken, mit einem kleinen Puffer von 10 bis 15 Prozent für kalte Winter.

Warum war meine erste Jahresabrechnung so hoch?

Das erste Heizjahr verbraucht mehr Strom als alle folgenden. Bei Neubauten muss Baufeuchte raus, bei Bestandsgebäuden sitzt die Heizkurve anfangs selten optimal. Dazu kommt oft ein zu niedrig angesetzter Abschlag. Nach dem ersten Jahr sinkt der Verbrauch erfahrungsgemäß spürbar, wenn die Einstellungen angepasst werden.

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau monatlich?

In einem unsanierten Altbau mit 150 bis 200 Quadratmetern liegen die Stromkosten bei 180 bis 250 Euro im Monat, weil Wärmebedarf und Vorlauftemperatur hoch sind und die JAZ auf 2,5 bis 3,0 fällt. Mit Fassadendämmung oder neuen Heizkörpern sinkt der Betrag deutlich, oft um 50 Euro und mehr im Monat.

Lohnt sich ein separater Wärmepumpentarif noch?

Ab etwa 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch ja, weil der günstigere Arbeitspreis die Zusatzkosten für Zähler und Messstelle von 100 bis 180 Euro im Jahr übersteigt. Darunter, etwa in gut gedämmten Neubauten, fahren Sie mit einem normalen Haushaltsstromtarif günstiger und sparen sich den zweiten Zähler komplett.

Senkt eine Solaranlage automatisch meinen Abschlag?

Der Netzbezug sinkt, aber Ihr Versorger erfährt davon nicht von allein. Erst wenn Sie den niedrigeren Verbrauch melden oder die nächste Abrechnung kommt, passt sich der Abschlag an. Rechnen Sie nach der ersten gemeinsamen Saison von PV und Wärmepumpe Ihren neuen Bedarf und setzen Sie den Abschlag aktiv herunter.

Hans-Jürgen Weiher

Hans-Jürgen Weiher

Hans-Jürgen Weiher, Geschäftsführer SANWE-Weiher KG

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